Personen

In Gedenken an:

08.09.2016    Bei einem tragischen Verkehrsunfall verstarb Dipl. Ing. Bruno Kisch.

Dipl.-Chem. Bruno Kisch wurde mir von einem Besitzer eines Tierkrematoriums, der wie ich technische Probleme mit seiner Verbrennungsanlage hatte, als der „Spezialist und Helfer“ empfohlen.

So haben wir uns 20.06.2012 persönlich kennengelernt, zu einem Zeitpunkt also, zu dem sich abzeichnete, dass meine gekaufte Kremierungsanlage die geforderten Auflagen des Genehmigungsbescheides nicht erfüllen werde. Ich brauchte dringend Beratung, vor allem aber eine Ursachenanalyse, welche die Gründe dieser nicht genehmigungskonformen Fertigung der Anlage klären konnte. Wo lagen die Abweichungen zwischen dem Antrag der Genehmigung, der Bestellung und der Fertigung?

Bruno, so wie ich in bald nennen durfte, beriet mich auf seine typische ruhige Art kompetent und ausführlich. Mit seiner Hilfe wurde ich während des Probebetriebs zu einem technisch versierten Bediener der Anlage. Ihn an meiner Seite zu haben, ließ verlorengegangenes Vertrauen wieder zurückkehren. Er spornte mich an durchzuhalten und weiter für meine Sache zu kämpfen, obwohl Bank und Finanzamt hohen Druck ausübten und der Ofenlieferant keine Kompromiss-bereitschaft zur Nachbesserung der Anlage zeigte.

Bis zum Ende des Rechtstreites war Bruno mein Berater und Begleiter bei der Genehmigungsbehörde und beim Rechtsanwalt. Er war mein Parteigutachter vor Gericht und vor dem Anwalt des Anlagenherstellers. Er zeigte mir auch dann noch Alternativen auf, als ich bereits mit den Verkaufsverhandlungen begonnen hatte. Bruno Kisch bleibt ein Mensch, dem ich viel zu verdanken habe. Ich werde ihn schon deshalb nicht vergessen.

 

Meinen besonderen Dank während des Rechtstreites an:

Herrn Dr. jur. Franz-Josef Hansen von Anwaltskanzlei Bachmann, Hansen, Schuhmann & Partner in Aschaffenburg. In der gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Anlagebauer übernahm Herr Dr. Hansen am 24.08.2012 die Mandantschaft. Zu Beginn des Rechtstreites sollte lediglich die Rücknahme des Ofens und die Abweisung der Gegenklage auf Vertragserfüllung vor Gericht verhandelt werden. Da aber der vorsitzende Richter nicht bereit war nur über eine Aufarbeitung zu dem entstandenen Rechtstreites zu verhandeln, sondern eine Einigungslösung durch einen Vergleich wollte, entstand ein mehrjähriger Prozessverlauf bis zum Oberlandgericht in Bamberg. Ausschließlich der Vergleichswunsch des Richters war Grund, dass sich das Verfahren in die Länge zog und es für meinem kleinen Unternehmen immer schwieriger wurde, diesem Druck standzuhalten zu können. In dieser festgefahrenen Phase war es dann ganz entscheidend, dass Herr Dr. Hansen mit seiner langjährigen Erfahrung, seiner Sach- und Fachkompetenz an meiner Seite stand. Durch seine klar und deutlich formulierten Stellungnahmen ans Gericht wurden die nicht enden wollenden Behauptungen und Unterstellungen der Gegenseite immer wieder entkräftet bzw. gänzlich widerlegt. Dafür möchte ich ihm danken.

 

Dank an den Bundesverband Deutscher Tierkrematorien e. V. (BDT):

Meinen besonderen Dank richtet sich an Herrn Dr. Klaus Göck, der mich während der Zeit der Gerichtsverhandlungen mit Rat und Tat zur Seite stand. Seine Erfahrungen und sein umfangreiches Wissen um die schwierige Rechtssituation in Bezug auf die Errichtung und das Betreiben von Tierkrematorien in Deutschland, die zudem noch in den Bundesländern sehr unterschiedlich ausgelegt wird, waren für mich von unschätzbarem Wert. Zusammen mit Herrn Luppert, Seniorchef einer Anwaltskanzlei und Berater des BDT, hat Dr. Göck meinen Parteigutachter Herrn Kisch und mich vor Ort am Krematorium, bei der Regierung von Unterfranken, beim Landgericht in Würzburg und beim Berufungsverfahren vor dem Oberlandgericht in Bamberg unterstützt und bei den Anträgen sachkundig beraten. Für diese wertvolle Unterstützung bin ich sehr dankbar.

 

Dank an die örtliche Presse:

Neben anderen Fachthemen hat Frau Bianca Löbbert, Redakteurin bei der regionalen Tageszeitung Main-Echo, sich im Besonderen den Berichterstattungen von Gerichtsverfahren gewidmet, die u. a. durch Verschleppen von Urteilen oder Entscheidungen auffällig werden und dadurch die allgemeine Tendenz  langer Verfahren an deutschen Gerichten aufzeigen. In meinem Rechtstreit wurde erst ab dem Zeitpunkt einer öffentlichen Berichtserstattung der eingeschlagene Weg und die Verfahrensrichtung neu überdacht und geändert, so mein persönlicher Eindruck.

Ohne sich parteilich festzulegen, hat Frau Löbbert durch ihre sachlichen Berichterstattungen über die lange Bearbeitungszeit eines einzigen Streitpunktes vor Gericht und der längst überfälligen Entscheidung eines Richters mir und meinem Tierbestattungsbetrieb sehr geholfen.

 

Hubert Pfister, Marktheidenfeld, September 2018